20* C+M+B+17

Die Heiligen Drei Könige und das Segnen des Hauses

Wir sind die Drei aus dem Morgenland,
euch allen wohlbekannt.
Wir gehen jetzt von Haus zu Haus
und rufen die frohe Botschaft aus.

 

Gott unser Vater er ist treu,
durch Liebe wird die Erde neu.
Gemeinschaft wächst nur dort geschwind,
wo Menschen gut zu Menschen sind.

 

Den Weihrauch brachte ich geschwind
dem neugeborenen Gotteskind.
Er sagt euch: Nur die Liebe zählt.
Wer sie besitzt, bewegt die Welt.

Vielen geht es leider schlecht,
laut singen wir für ihr Recht.
Drum bitten wir euch, was zu geben
für ein menschenwürdiges Leben.

 

Wir zieh´n nun fort auf unseren Wegen,
Glück wünschen wir und Gottes Segen.
Gott segne dieses Haus
und alle, die hier gehen ein und aus.

Er beschütze euch vor aller Gefahr
bis wir wiederkommen im neuen Jahr.
Für eure Spende danken wir
und machen ein Zeichen an eure Tür.

 

Am 6. Januar gehen in Deutschland Kinder von Haus zu Haus. Sie sind als die drei heiligen Könige Balthasar, Melchior und Caspar verkleidet. Sie segnen das Haus, nachdem sie gesungen und ein Gedicht aufgesagt haben. Dafür erhalten die Kinder eine kleine Spende und Bonbons. Das Geld wird für wohltätige Zwecke gesammelt. Diese katholische Tradition der Sternsinger gibt es in den Niederlanden leider nicht mehr.

Woher stammt diese Tradition?
Caspar, Melchior und Balthasar sind als die Heiligen Drei Könige in die Geschichte eingegangen. Nach dem Evangelium des Matthäus kommen zur Geburt Jesu Sterndeuter aus dem Morgenland: “Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten.” Die Bibel erzählt von den Weisen, die sich von einem Stern führen ließen und, schließlich in Bethlehem, im Stall, ankamen. Dort fallen sie vor dem Jesuskind nieder, huldigen dem Kind und der Mutter und bringen ihre Geschenke dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Mit der Aktion Dreikönigssingen endet offiziell die deutsche Weihnachtszeit. Am 6. Januar erstrahlt zum letzten Mal der Weihnachtsbaum. Danach wird der Weihnachtsschmuck abgenommen und wieder in Kartons verpackt.

Welche Bedeutung haben die Symbole an den Häusern?
Den Menschen, die die Tür öffnen, singen die Sternsinger ein Lied, sprechen ein Gebet und sagen Gedichte auf. Dann schreiben sie mit geweihter Kreide die traditionelle Segensbitte C+M+B (lateinisch für „Christus mansionem benedicat“) – verbunden mit der jeweiligen Jahreszahl – an die Haustüren oder die Türbalken. Wörtlich übersetzt bedeutet der Spruch: „Christus segne dieses Haus“.

Lange Tradition
“Das Segnen des Hauses” zu erfahren ist eine besondere Erfahrung: verkleidete Kinder klingeln bei dir, sagen ein Gedicht auf, singen für dich und segnen dein Haus. Man denkt an dich und wünscht dir persönlich viel Glück im neuen Jahr. Die Symbole an der Haustür erinnern immer wieder daran, dass man nicht alleine auf dieser Welt ist und dass jeder Teil der Gesellschaft ist. Nachbarn einer Straße machen mit, und egal, wo man wohnt, ob in einer Wohngemeinschaft oder in einem Dorf, die Menschen sind Teil eines Ganzen. Egal, ob man in die Kirche geht oder nicht, oder welcher Religion man angehört. Es geht um Menschen und die Welt, und die Gemeinschaft, die Menschen geschaffen haben. Und um die Mühe, die wir uns geben, unsere Welt ein bisschen schöner zu machen.

Autor: Cora | Redaktion

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