Als römischer Legionär über die Via Romana

 Zwischen Xanten und Nijmegen marschierten vor 2.000 Jahren römische Legionen. Die erfolgreiche Zivilisierung durch die Römer lässt sich noch heute in unserer Sprache, unseren Straßen und dem heutigen Regierungssystem ablesen. Womöglich sind die Römer als „Vorläufer” eines Europas zu betrachten, wie wir es heute kennen. GrenzenLos nimmt Sie mit auf eine Zeitreise über die Via Romana.

Bei dieser abwechslungsreichen Tour wird jeder auf seine Kosten kommen: weite Rheinufer, eine Urlandschaft mit alten Weißdorngewächsen, alte Bauernhöfe auf Warfthügeln, einsam liegender Dörfer, aber auch kultur- und geschichtsträchtige Städte. Eine Naturroute voll unerwarteter Begegnungen, Ausgrabungsgeschichte und mit einem echten Berg: dem Teufelsberg. Also auch etwas für Mountainbikefahrer.

Die Route folgt einer vormaligen Römerstraße, die in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts am Westufer des Rheins angelegt wurde, um römische Militärlager miteinander zu verbinden. „Ulpia Noviomagus Batavorum”, das heutige Nijmegen, und  „Colonia Ulpia Traiana”, nahe der Stadt Xanten, sind Start- und Endpunkt der Route. Nach dem Untergang des Römischen Reiches ist die Via Romana eine wichtige Handelsroute geblieben, weshalb entlang dieser Route auch Sehenswürdigkeiten jüngeren Geschichtsdatums zu finden sind.

Die (Fahrrad-)Route ist gute 250 km lang und zweigeteilt: in die Nordroute mit 98 km, dem Rheinverlauf folgend, und die Südroute mit 159 km. Entlang dieser schönen Route befinden sich mehrere Campingplätze, wo man wie ein echter Römer sein Lager aufschlagen kann.

Nördliche Route
Die nördliche Route beginnt südlich von Nijmegen. Durch den prächtigen Ooijpolder erreicht man Ubbergen. Oberhalb davon, auf dem Kops Plateau und dem Hunerberg, befanden sich einst ein römisches Militärdepot und ein großes römisches Legionslager.

Kurz hinter der Grenze liegt das alte Festungsstädtchen Kranenburg, dessen Festungsmauer in großen Teilen noch erhalten ist. Die Route führt Richtung Griethausen, mit der ältesten eisernen Brücke Deutschlands. Es geht weiter über Kalkar, das für sein zu einem Vergnügungspark umgebauten Kernkraftwerk „Wunderland Kalkar” bekannt ist, bis nach Xanten, dem Endpunkt der Route. Dort sollte man sich den Archäologischen Park (APX) mit einer originalgroßen Rekonstruktion der römischen Stadt nicht entgehen lassen.

 Südliche Route
Die südliche Route führt von Xanten nach Appeldorn und Kalkar. Das prächtige Schloss Moyland im Kreis Kleve ist ein neugotisches Wasserschloss in Bedburg-Hau. Mit  wechselnden Kunstausstellungen ist es sehr sehenswert und bietet einen schönen Kontrast zur römischen Kultur.

Nach Bedburg-Hau prunkt in der Ferne schon die Schwanenburg, das Wahrzeichen der Stadt Kleve. Vermutlich im 11. Jahrhundert durch die Grafen und späteren Herzöge Kleves auf dem Ausläufer einer Hügelkette errichtet, ist sie eine der wenigen Hochburgen am Niederrhein. Über die leicht abfallende Landschaft nähert man sich nun den Niederlanden. In den Hügeln von Groesbeek sind noch Spuren eines von den Römern in dieser Gegend geleisteten, immensen Kraftaufwands zu finden. Nach Groesbeek ist es nun an der Zeit, die Maas zu überqueren, einen Fluss, den die Römer früher als zweite Linie zur Grenzverteidigung entlang des Rheins betrachteten.

In Cuijk errichteten die Römer eine steinerne Brücke über die Maas. Überreste dieser Brücke findet man im Museum Ceuclum, das sich im gotischen Turm hinter der St. Martinuskirche befindet. Etwas weiter, bei Heumen, geht es über die Maas zurück nach Nijmegen, wo die Route endet. Dort findet man in Museum Het Valkhof alles über die militärischen Festungsanlagen und bürgerlichen Niederlassungen. Vergessen Sie nicht hinunter zur Waalkade zu laufen, wo sich auf der Rückseite des Casinos eine gläserne Vitrine mit Resten einer römischen Mauer und eines Fußbodenheizungssystems  befindet.

Diese Route lässt sich auf verschiedene Weise verfolgen. Ob organisiert – Studenten der Stadt Nijmegen organisieren einmal jährlich eine Tourenfahrt mit Start beim Café Frowijn, siehe auch: www.toertochtviaromana.nl – oder eigenständig mit Motorrad, Fahrrad oder mit dem Auto. Diese Strecke ist ein echtes Abenteuer. Mit der „Via Romana App” ist die Route absolut up-to-date. Gönnen Sie sich mit dieser App, die es auf deutsch und niederländisch gibt, einen Blick in das Leben der Legionäre. Download: http://viaromana.info/viaromana/

Autor: Teersa van Wezel

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