Bahnhof

“Wie vermeiden wir Fehlkommunikation?”

Stellen Sie sich vor: Sie sind Teil eines Herstellungsprozesses, an dem Niederländer und Deutsche arbeiten. Sie wollen nicht, dass die Beteiligten nur „Bahnhof“ verstehen und die Kommunikation entgleist. Das (Arbeits-)Leben wird für alle ein Stück angenehmer, wenn Fehlkommunikation auf ein Minimum reduziert wird.

In einem Fertigungsprozess werden die meisten Fehler gemacht – statistisch sind von 1.000.000 hergestellten Produkten 3.600 fehlerhaft. Kommunikation kann in Prozessen als eine Art Zement verstanden werden, der alles zusammenhält. Daher investieren Firmen in Ablaufschemen, Workflows, Handbücher und Richtlinien. Diese Hilfsmittel greifen allerdings nur, wenn die Kommunikation zwischen den Schnittstellen perfekt ist.

Zu viel Tumult
Wie vermeiden wir Fehlkommunikation?Ist die Telearbeit in einem virtuellen Team bereits anspruchsvoll, so wird sie durch verschiedensprachige Mitarbeiter zur Herausforderung. Ständig lauert die „Ich-verstehe-nur-Bahnhof“-Gefahr. Wie bitte? Auf einem turbulenten Bahnhof mit viel Geräuschkulisse und Klangwirrwarr kann eine für den Reisenden wichtige Lautsprecheransage, wie Änderung seiner Zugverbindung, einfach untergehen oder falsch verstanden werden. Er versteht nur „Bahnhof“ … und hat keine Ahnung, was los ist.

Dieses Phänomen zeigt sich bei Besprechungen, im E-Mail- oder SMS-Verkehr, in Face-to-Face-Kontakten. Folgen: Fehler, Sorgen, Stress und Erhöhung des Arbeitsdrucks.

Tipps
Verringern wir die Chance auf Fehlkommunikation. Einige Tipps:

  1. Hören Sie Ihrem Gesprächspartner aufmerksam zu. So stellen Sie fest, ob das Gesagte für Sie beide dieselbe Bedeutung hat. Fragen Sie nach, um Zweifel auszuräumen und wieder denselben Kommunikationspfad zu beschreiten.
  2. Nutzen Sie im internationalen Arbeitsumfeld gute Übersetzungsprogramme. Besuchen Sie einen Sprachkurs. Mit dem Google-Übersetzer können Sie einen fremdsprachigen Text auf die Schnelle grob erfassen, mehr aber nicht. Die Fremdsprache wird erst auf Englisch und dann in die Zielsprache übersetzt. Das Ergebnis ist oft unverständlich oder gar absurd. Die Gefahr ist groß, dass man Sie nicht versteht.
  3. Teilen Sie mit anderen rechtzeitig Ihre Information, zum Beispiel, wann Sie Urlaub machen. Teilen Sie Probleme mit, auf die Sie im Arbeitsprozess stoßen. So können Sie voneinander lernen und Wiederholungsfehler minimieren.
  4. Berücksichtigen Sie Kulturunterschiede. Der Niederländer spricht z.B. viel eher über Privatangelegenheiten als der Deutsche. Ein Deutscher wiederum ist viel zurückhaltender als ein Niederländer, wenn es darum geht, Hilfe anzufordern.
  5. Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Fragen Sie stets: „Schaffe ich das alles in der Zeit, die ich dafür reserviert habe?“ Wenn nicht, teilen Sie das den anderen mit, so dass gemeinsam nach einer kreativen Lösung gesucht werden kann.

 

Drs. Teersa van Wezel ist Unternehmensberaterin mit dem Spezialgebiet Prozess- und Performance-Management. Zusätzlich entwickelt sie spannende Workshops im Bereich Persönlichkeitsentwicklung um die Flexibilität von Mensch und Organisation zu erhöhen. www.tpuntorg.nl und www.jewellnessgym.nl

Autor: Edwin Bollen

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