Beim Fußballspiel geht es um die Ehre

Der Herbst ist da, und der Winter ist im Anmarsch. Wir nehmen Sie deshalb zu einen schönen spätsommerlichen Sonntag nach Anholt mit. Sie können dort Georg Kleinheßling und Rene Schepers treffen, die begeistert über die Beweggründe, die Entwicklung und die Entstehungsgeschichte ihres spaßigen Fußballspiels „Deutschland – Niederlande” erzählen.

Internationaal voetbal2Georg hat einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Rinderhaltung. Rene betreibt eine Schweinezucht.„Das Fußballspielen hat als reiner Spaß angefangen. Heute hat es sich zum jährlichen Treffen für die ganze Familie entwickelt und findet jedes Mal auf einem anderen Bauernhof statt. Wichtig ist  dabei der Wechsel, einmal Niederlande und dann Deutschland. Es geht uns um die Kontakte über die Grenzen hinaus. Sie gilt es zu fördern. Privat lernt man sich so besser kennen“, erzählt Rene.
Hoher Spaßfaktor

Georg: „Uns geht es um das Zusammensein. Damit wir Getränke und Fleisch bezahlen können, gehen wir mit einen Hut rum. Frauen und Kindern zahlen nichts. Den ganzen Tag ist etwas los, wie Seilziehen, Seifen-Fußball, Vogelschießen oder Nägelschlagen. Die Hauptsache ist der Spaß. Für jeden ist etwas dabei, für die Kinder, die Jugend und die Älteren.“

Rene ergänzt: „Das Spiel dauert zwei Mal zwanzig Minuten.” Die Initiative startete damals über die „Landjugend” und die Jungbauernkontakte in der Grenzregion. Die ersten drei Jahren wurde das Fußballspiel noch an einem Freitagabend angepfiffen und hat sich sich zu einer unterhaltsamen  Tagesveranstaltung entwickelt. „Unser Treff besteht nun schon seit zwanzig Jahren. Mittlerweile haben wir ein sechsköpfiges Organisationskomitee“, sagt Rene. Schon bei den Vorbereitungen geht es gesellig zu. „Wir kannten uns bereits von Schützenfesten, auch hatten wir hin und wieder geschäftlich miteinander zu tun. Bei solch einem Treffen entstand dann die Idee, auch in der Freizeit gemeinsam etwas zu machen.“

Ehrensache

Georg: „Das Zusammensein ist manchmal wichtiger als das eigentliche Spiel. Im Verlauf der Jahre sind etliche Menschen zu uns gestoßen. Aber es muss stimmig sein, die Vorbereitung ist einfach alles. Heute brauchen wir keine Werbung mehr zu machen, das Fußballspiel ist Ehrensache. Meist kommen zu uns Jungbauern, auch wenn die oft nicht mehr in der Landwirtschaft arbeiten.” Rene: „Die Grenze ist ein komisches Phänomen. Für die meisten besteht die Grenze gar nicht, sie fahren wie selbstverständlich nach Bocholt oder Winterswijk und pflegen auf beiden Seiten die Kontakte. Mein Vater staunt, dass ich so viele Deutsche kenne. Für ihm hatte die Grenze eher etwas Trennendes. Mein Großvater kannte durch seine Arbeit auf beiden Seiten viele Menschen, feierte Geburtstage und war zu Gast auf Hochzeiten.“

Georg: „Man muss nach vorne schauen. Für die jungen Leute ist es wichtig, gut miteinander umzugehen. Nur so können sie voneinander lernen. Natürlich gibt es Unterschiede. Doch wenn man sich kennt, heben sich Grenzen auf. Wir lassen uns nicht eingrenzen.”Internationaal voetbal3 Internationaal voetbal1

Autor: Teersa van Wezel

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