Das erreichen, was du willst

Ihre erste Teilnahme an der Kunstroute 2014 in Bronckhorst bescherte Marina Maas einen großer Erfolg verbunden mit vielen interessierten und begeisterten Reaktionen. In dieser GrenzenLos-Ausgabe erzählt sie über das Gefühl „Erfolg haben“ und ihren Weg in eine neue Existenz als freischaffende Künstlerin. Auf ihrem Weg von der Fachfrau zur Künstlerin erfand sie sich neu.

Hintergrund
foto grenzenlosMarina: “Mein Vater war Kunstlehrer, Zeichner und Kunstmaler, meine Mutter Schauspielerin. Bleistift, Farbe und Kreiden gehörten für mich zum Alltag. Schon als Kind habe ich Puppenkleider und Kleidung selber hergestellt, modelliert, Edelmetalle verarbeitet und getöpfert. Ein Studium an der Kunstakademie und ein kreativer Beruf waren dann fast schon selbstverständlich.“

Das größte Kompliment ist, wenn jemand ein Bild kauft

Laufbahn
Marina war für viele Herausgeber in den Niederlanden tätig. Bei der Arbeit mit Deadlines war sie mit allen Wassern gewaschen und hatte viele Aufträge. Sie war, mit anderen Worten, eine erfolgreiche Illustratorin. “Nachdem ich aber 24 Jahre lang Hunderte von Zeichnungen zu ebenso vielen Themen angefertigt hatte, war mir der Spaß an Auftragsarbeit vergangen. Ich wollte meine Arbeit in Zukunft selbst bestimmen. Illustratorin zu sein machte mich nicht mehr glücklich und meine Zeichnungen verloren ihre “Seele”.

Der Wandel
Marina: “Drei Jahre hat es gedauert, ehe ich meinen Beruf, den ich so geliebt hatte, ganz loslassen konnte. Denn, ja … was dann? Natürlich brauchte ich Geld zum Leben. Mir fiel ein, dass der rote Faden in meinem Leben immer Zeichnen und “Dinge erschaffen” gewesen war. “Ich fange einfach an zu zeichnen”, so dachte ich und war neugierig, was aus MIR herauskommen würde ohne Auftraggeber, Deadline, Zielgruppe oder andere Einschränkungen. Unendlich viele Möglichkeiten und vor allem Freiheit! Aber auch ein innerer Kampf, denn nun würde ich mir selbst den Rahmen stecken und Entscheidungen fällen müssen, um etwas Gutes zu erschaffen.”

Gibt es ein Rezept für Erfolg?
Marina: “Erfolg ist viel mehr, als es zu etwas gebracht zu haben. Wenn du den Mut hast und es schaffst, deine Träume zu verwirklichen, auch das ist Erfolg. Dabei zählt nicht nur das Ergebnis. Der Weg dorthin ist genauso wichtig. Ein Ziel, einen Traum vor Augen zu haben und jeden Tag auf sein Ziel hin zu leben, Schritt für Schritt; jeder Schritt ist ein kleiner Erfolg. Jedem bieten sich Chancen. Sie zu sehen und zu ergreifen, das ist die eigentliche Kunst. Den Mut zu haben, eine Entscheidung zu fällen und “das Alte” los zu lassen. Freed de Jonge (Red.: tonangebender Kabarettist in den Niederlanden) sagte es letztens so: “Vertrauen, Disziplin und Konzentration brauchst du, um deinen Traum zu verwirklichen.”

In der Grenzregion
Marina erzählt, dass sie vor allem auf Arnhem und den niederländischen Westen ausgerichtet ist. Obwohl sie schon ihr ganzes Leben lang im Osten der Niederlande lebt. Für sie liegt Deutschland in der Nähe. “Man fliegt von Weeze aus und ist superschnell in Köln. Manche Dinge sind etwas anders. Ich spreche kein Deutsch, das hilft natürlich nicht dabei, grenzenlos zu sein. Vieles ist genau dasselbe in Deutschland und den Niederlanden, es gibt aber auch genug Unterschiede. Und genau DIE gefallen mir! Ich finde, man sollte sie pflegen!”

Kann man mit Kunst erfolgreich sein?
Marina: “Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Man sollte zumindest einigermaßen autonom denken und sein Werk immer mit kritischen Augen betrachten können. Niemals das machen, was die Anderen haben wollen, sondern das, was man selbst machen muss. Es ist ein täglicher Kampf. Durchhalten und selbst aktiv werden, um seine Arbeiten zu präsentieren ist genauso wichtig. Schließlich arbeite ich nicht, um meine Werke einzulagern. Das größte Kompliment für mich ist, wenn jemand ein Bild kauft. Die Vorstellung, dass jemand es zuhause an die Wand hängen will, es wahrscheinlich jahrelang betrachten wird und dafür auch noch bereit ist, zu bezahlen … das ist Erfolg! Oder wenn jemand vor deinem Bild steht und sagt:“Oh, mir wird mir ganz warm ums Herz”. Das ist etwas Besonderes! Freunde haben einmal gefragt: “Und wenn du es nicht schaffst, was machst du dann?” Die Frage fand ich merkwürdig, denn darüber hatte ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht, ich wusste doch, dass ich genau DAS wollte!”

Marina Maas studierte Mode und Grafikdesign an der Kunstakademie in Arnhem. Danach arbeitete sie 24 Jahre als Illustratorin. Seit drei Jahren malt sie. Ihre Arbeiten sind zu sehen auf www.marinamaas.nl

Autor: Teersa van Wezel

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