Der Sieg über Groenlo

Kriege hinterlassen Narben bei den Menschen und in der Landschaft. Noch 385 Jahre nach dem Achtzigjährigen Krieg wird daran jedes Jahr erinnert. Er hat bei den Generationen starken Eindruck hinterlassen. Das Ende des Achtzigjährigen Krieges gilt als die Geburtsstunde der Niederlande. Der Achtzigjährige Krieg bezeichnet die Phase von Aufstand und Kampf in den Jahren 1568 bis 1648 in den Niederlanden, zu der eine zwölfjährige Waffenruhe von 1609 bis 1621 gehört. Dieser Krieg begann als Aufstand in einem der reichsten Gebiete Europas. Die Niederlande lehnten sich gegen Spanien auf, dem mächtigsten Reich Europas unter Philipp II. Bezeichnend für diesen langwährenden Kampf ist, dass er leidenschaftlich und unnachgiebig geführt wurde.

Slag van Grolle1Eine der wichtigsten Ereignisse während des Achtzigjährigen Krieges war die Belagerung Grolles oder vielmehr die Befreiung Groenlos, damals Grolle genannt. Dieser Kampf unter Frederik Hendrik dauerte vom 20. Juli bis zum 19. August 1627. Die Lage der Festungsstadt Grolle, an einem der wenigen Wege durch das Sumpfgebiet, war strategisch wichtig, da die regierende Partei alle Wegezölle eintreiben konnte. Für beide Parteien bedeutete das, in der Lage zu sein, ihre ständig wachsenden Armeen zu finanzieren. Nichtausgezahlter Sold führte 1574 zum spanischen Soldatenaufstand. Eine solche Einnahmequelle war essentiell in Kriegszeiten.

100 Meter starke Verteidigungsanlagen
Die Grollsen Verteidigungsanlagen waren massiv und sorgten beim Feind für Respekt. Die fünfeckigen Verstärkungen wurden von 1548 bis 1555 hauptsächlich von Sträflingen gebaut. Von 1614 bis 1616 wurden sie dann zu sechseckigen Mauern erweitert. Etwa 100 Meter Umfang hatten schließlich um 1627. Die Strategie der Spanier, die 1606 Grolle regierten, basierte darauf, durch große Verteidigungsbauwerke unbesiegbar zu sein. Diese dicken Verteidigungslinien zu durchbrechen, stellte eine immens schwere Aufgabe dar.

 

Für größtmögliche Siegchancen nutzte Frederik Hendrik eine listige Strategie mit doppeltem Ablenkungsmanöver. Um die Spanier in die Irre zu leiten, ließ er 20.000 Mann Richtung  Wesel marschieren, einen anderen Teil der Truppen gen Goch. Während sich die Spanier auf diese beiden Armen konzentrierten, wurde der Großteil der niederländischen Truppen auf dem Rhein transportiert und erreichte Emmerich am 17. Juli 1627. Nach weiteren drei Tagen gelangten die Soldaten nach Grolle. Durch Einkreisung und Belagerung der Stadt wurde sowohl die Flucht von innen als auch Hilfe zur Befreiung von außen verhindert. Schießschanzen, die die Verteidigungslinien durchbrachen, verhalfen Frederik Hendrik letztendlich zum Sieg.

20.000 Menschen

Die europäische-Söldnerarmee beeindruckte. Zwanzigtausend Menschen transportierten auf ungefähr tausend Wagen Schießpulver, Kanonenkugeln, Lebensmittel, Fahrzeuge und gewebte Binsenmatten, sowie 75 Kanonen unterschiedlicher Größe. Welch spektakulärer Anblick für die Bewohner in der Grenzregion. Auch die Versorgung der Soldaten stellte eine enorme Herausforderung dar. Vom mitgeführte Proviant, zum Beispiel in 20 Backöfen konnten in 24 Stunden 28.080 Pfund Brot gebacken. Zu den mitgeführten Vorräten gehörten 400.000 Pfund Brot, 235 Ladungen Mehl und 48.000 Pfund Käse. Der Eigenbedarf wurde damit gedeckt, der Tauschhandel mit den umliegenden Dörfern florierte. Überlieferungen berichteten jedoch auch  vor Plünderungen und Gewalttätigkeiten, die unter Strafe gestellt waren.

Nach vierwöchiger Besatzungszeit wurde die Spanische Armee erschlagen.770px-Siege_of_Grol_(Groenlo)_1627_-_Grolla_Obsessa_et_Expugnata_(J_Blaeu)

Autor: Teersa van Wezel

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