Jan Wagenvoort: Naturnahe Zukunft

Tiere im Erdreich und Vögel in der Luft kennen keine Grenzen. Unter diesem Aspekt besuchte GrenzenLos Jan Wagenvoort in Bronckhorst. Jan ist Philosoph, Schriftsteller, Museumsdirektor und obendrein Maulwurffänger. Der gelernte Landwirt liebt Tiere und Menschen. Er hat ein Herz für die Natur. „Aber wie können wir Naturschutz praktizieren und finanzieren?“, fragt er.

Das Grenzgebiet

DSC_0289_Jan WagenvoortGeboren und aufgewachsen im Achterhoek, besucht Jan gern und oft Westfalen. „Ackerland und Wiesen, ja, die Grenzregion ist ein wunderschönes, überschaubares Gebiet. Viele junge Menschen ziehen zwar in die Städte, kehren meist später jedoch zurück. Sie spüren, ihre Wurzeln und Wertigkeiten verschieben sich. Es ist gut, fort zu gehen, zu lernen, sich Dingen aus anderer Perspektive anzunähern. Besser in jedem Fall als Positionen wie ‘Nie davon gehört’ oder ‘Machen wir nicht’. Menschen, die in üblichen Standards denken, bringen die Gesellschaft nicht weiter. Sie können soziale Probleme nur lösen, wenn man sich ihnen aus anderer oder breiterer Perspektive nähert. „Ich respektiere Menschen, die positiv verändern“, sagt Jan.
Wohnraum ist für Jugendliche oft ein Problem. Betrachten Sie leerstehende Gebäude doch einmal anders. Stellen Sie sich generationsübergreifende Betreuungsangebote vor. Obendrein erfordern kleingruppige Einrichtungen nur ein kleines Budget!
Grenzdenken

Ich liebe die Grenzenlosigkeit der Vögel. Die Schwalbe spricht kein Deutsch und hält sich doch dort auf. Kraniche überwintern in Afrika, brüten in Skandinavien. Die Natur kennt nur biologische Grenzen. Im Gegensatz zu unserem geografischen ‘Grenzdenken’. In der Natur werden keine Zölle gezahlt, es gibt keine Grenzübergänge. Maulwürfe, Hasen und Kaninchen z.B. sind Grenzen gesetzt, die vom Wetter und Klima bestimmt werden. Tiere können sich sehr gut darauf einstellen. Wir Menschen haben uns davon weit entfernt. Die alten Eskimos waren Jäger, aßen nur Fleisch und Fisch. Heute gibt es alle Nahrungsmittel fast überall. Alles wird einheitlich. Jeden Tag bin ich draußen und sehe die Natur. Ich versuche Natur, Landwirtschaft und Entwicklung miteinander zu verweben. Oft halten wir an Altem fest und blockieren alles mit unseren Regeln, anstatt die Entwicklung mitzubestimmen! Auch in Krisenzeiten. Es ist sehr simpel, vom Überfluss weg zum Wesentlichen zu kommen. Uns bleibt genug!

Vom Damals in die Zukunft

Jan WagenvoortEs ist Zeit zum Innehalten. Mit Blick auf die Vergangenheit, Entwicklungen zu überdenken. Beobachten Sie die Tierwelt. Sehen Sie nachmittags Rehe im Freien, wissen Sie, dass es nachts schlechtes Wetter gibt. Verstärkter Informationsaustausch bringt uns weiter. Unter den Wildtieren gibt es viel ’Austausch’. Nur gemeinsam können wir Grenzen aufheben. Erkennt Grenzen, trotzt den Grenzen! Künftig kann Landwirtschaft in der Natur eine Art Vermittlerrolle übernehmen. Mit der Verwaltung des Naturerbes und seinen erneuerbaren Energien. Das erfordert Mut und Weitsicht sowohl bei Landwirten als auch Finanziers. Investitionen in Naturmanagement – oft nicht ernst genommen – müssen neu bewertet werden, denn sie bedeuten Geld, Handel und neue Energien. Naturmanagement sollte auch von der Umgebung unterstützt werden. Wenn Sie Region und Nachbarschaft miteinbeziehen, mitverantwortlich machen für Management und Schaffung eines natürlichen Lebensraumes, engagieren sich Bürger und Landwirte für den Schutz. So etwas durch Auflagen zu erzwingen, funktioniert nicht. Auch Nachhaltigkeit ist im Naturmanagement wichtig. Nein, nicht alle paar Jahre wieder alles verändern. Pflanzen, vor allem Tiere benötigen Anpassungszeiten. Und wenn Landwirte so weitermachen wie bisher, wird das Anti-Management letztlich enttäuschte Konsumenten zur Folge haben. Die Existenz der Landwirtschaft hängt vom Mut zur Veränderung ab. Es ist wie mit dem Blick in den Rückspiegel: Was Sie sehen, hatten Sie. Aber Sie möchten weiter. Und ist es nicht so? Nur durch Umsicht, kommen Sie weiter!

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Autor: Teersa van Wezel

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