Umschlag mit Foto, die Basis für ein Blind Date Frauennetzwerk

D ie Frauen kennen sich nicht. Sie werden nach System miteinander „verbandelt“ und haben 15 Minuten Zeit, möglichst viel Information über die Partnerin zu sammeln; so hat sich Künstlerin Maria Kirch aus Bocholt das Kennenlernspiel für die Besucherinnen der Deutsch-Niederländischen Frauenbrücke vorgestellt. Astrid Schupp muss am Abend des 12. Januar 2015 ihre Stimme erheben, um gegen das Stimmengewirr anzukommen. Rund 70 Frauen sind gekommen, aus einem größeren Einzugsgebiet links und rechts der Grenze. Wahrscheinlich wären sie auch ohne besondere Aufforderung aufeinander zugegangen.

Großes Besucheraufkommen beim Deutsch-Niederländischen Frauennetzwerk in Suderwick

Jede Besucherin hat ein aktuelles Foto von sich in einem Umschlag mitgebracht und zuvor in die gelbe bzw. orangefarbene Schachtel gelegt. Durch Ziehung werden Paare gebildet: immer eine Niederländerin mit einer Deutschen und umgekehrt. Am langen Tisch in der Mitte des Ausstellungsraums nimmt die erste Tischgesellschaft Platz; ein Blatt Papier mit Fragen liegt schon bereit. Fragen wie: “Warum hast du gerade dieses Foto von dir ausgewählt?” oder: “Was wolltest du schon immer über deutsche bzw. niederländische Gepflogenheiten wissen?”

Frauenbruecke 1

Alle 15 Minuten wechselt die Tischgesellschaft und nimmt eine neue Frauengruppe Platz. Wer nicht am Tisch sitzt, steht bei Kaffee, Wein oder Wasser im Atelier ungezwungen zusammen und unterhält sich. Die Gespräche reißen nicht ab. Man tauscht Visitenkarten und E-Mailadressen und vereinbart nicht selten ein weiteres Treffen. Auch für einen Kochkurs in Isselburg und einen gemischten Sängerabend in Bocholt wird ordentlich die Werbetrommel gerührt.

Als dann gegen 21.30 Uhr Blumensträuße übergeben und die Initiatoren und Ausführende (niederländische wie deutsche) mit Dankesreden geehrt werden, ist eines deutlich: die Grenze besteht nur noch als Strich auf der Landkarte. Für eine herzliche Kommunikation und die Zusammenarbeit von Frauen gibt es keine Barriere mehr – auch nicht die andere Sprache oder andere Gewohnheiten.
Frauenbrücke2

Marieke Frank, Beigeordnete der Gemeinde Ost Gelre war am Zustandekommen dieses Treffens maßgeblich beteiligt. Marieke (aus den Niederlanden stammend) und Astrid (als Deutsche in Lichtenvoorde wohnend) sind sich einig: derartige Begegnungen darf es gerne öfter geben. Die übrigen Frauen sind derselben Meinung und nicken begeistert.

 Die Autorin des Artikels ist Anna Schimmel, Coach und biograaf ACW Coaching & Lifewriting

Fotos: Petra Taubach, Stadt Bocholt

Autor: Teersa van Wezel

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