Worte erzählen Geschichten

Jesp ist Anfang 30. Von seinem Appartement im elften Stock aus blickt er auf niederländisches und deutsches Waldgebiet. Auf seine „philosophische“ Weise lässt er seine Gedanken über das Leben an der Grenze schweifen.Communicatie-Jesp_2

Worte erzählen Geschichten
Mit einer Ansammlung von Wörtern erzählen wir Geschichten. Welche Geschichten aber Worte tatsächlich erzählen, hängt von verschiedenen Aspekten ab. Selbstgeschriebenes vermittelt keine eindeutige Botschaft. Die Wortbedeutung kann ernst wie humorvoll sein, Skepsis oder Fröhlichkeit oder aber unheimliche Botschaft vermitteln. Das gesprochene Wort ist erst recht schwer zu deuten!
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Niederländer sind gut darin, Ausdrücke zu benutzen, die verschiedene Bedeutungen haben können. Das niederländische “kan net” hat in einem Teil des Landes die Bedeutung „geht gerade noch“. Woanders bedeutet es „geht absolut nicht“.
Letztens sah ich in eine Show mit amerikanischen Komödianten. Sie nahmen Niederländer auf die Schippe. Uns fanden sie ein recht merkwürdiges Völkchen. Gut erinnere ich mich daran, wie erstaunt, oder besser empört sie über die Verwendung des Wörtchens “hallo” waren: Begegnet ein Niederländer jemandem, begrüßt er mit „hallo“ sein Gegenüber. Wenn dieselbe Person den Niederländer aber angerempelt oder sich an der Kassenschlange womöglich noch vordrängelt, da sagt der Niederländer  „ja, hallo!“. Mit praktisch denselben Worten bringt er seine Empörung zum Ausdruck.
Als diese Szene nachgespielt wurde, fand ich es schon verrückt: ein und dasselbe Wort in völlig unterschiedlichem Kontext ! Darauf muss man erst mal kommen! Es kann aber auch verwirrend sein, denn … was will mir der Niederländer denn nun eigentlich sagen?
Sicher etwas, worüber man nachdenken kann …

Autor: Patricia Lindeman

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